Ich habe wie so ziemlich jeder auf Instagram angefangen, einfach Bilder aus meinem Leben zu posten und war ziemlich begeistert, als ich zum ersten Mal eine kostenlose Packung Gojibeeren kostenlos bekommen habe.Habe ich damals innerhalb Sekunden das Angebot der Firma angenommen, bin ich inzwischen vorsichtig geworden und lehne Dinge oft ab, weil ich meinen Account nicht überladen möchte oder mit dem Produkt nicht viel anfangen kann.

Gleichzeitig erreiche ich inzwischen deutlich mehr Leute als zu meinen Anfangszeiten mit zehn Abonnenten (von denen drei bestimmt meine Freunde waren, die mich  bei allem unterstützen würden :P) und auf einmal wird man für Firmen interessant. Ja, man kann tatsächlich Geld mit Bloggen verdienen, ich glaube, das ist zumindest bei den großen Bloggern ziemlich eindeutig und ja, auch als „kleiner“ Account hat man in seiner Nische die Möglichkeit Kooperationen einzugehen. Weil viele dazu immer wieder Fragen haben und sich wundern, wie so etwas eigentlich funktioniert, nehme ich euch heute mit „hinter die Kulissen“ und beschreibe ein bisschen, wie Bloggen und Kooperationen bei vielen abläuft:

Ich mache Bilder und blogge seit Kurzem auch über die Themen gesunde Ernährung, Reisen, Sport, manchmal Mode, persönliche Tipps und ähnliches. Dadurch wird Firma XY auf mich aufmerksam und sendet mir persönlich oder über eine PR Agentur eine Mail a la Hey Sofie, wir haben dein Profil entdeckt und finden es wirklich klasse. Hättest du Lust auf eine Zusammenarbeit?“ Bei den meisten Bloggern, vor allen denen die weitaus größer sind als ich, fliegen hier schon 90% der Anfragen raus, weil sie extrem unpassend („Dein Fashionblog würde super zu unserem neuen Pferdefutter passen, hast du Lust es zu bewerben?“) oder umprofessionell sind. Wer Lust hat und etwas Lachen möchte, kann sich hierzu gerne das Blogger-Bullshit-Bingo anschauen:

blogger-bullshit-bingo2

Sagen wir aber, die Firma passt zu dem, was ich tue. Dann schreibe ich zurück, frage nach Details („Um wie viele Fotos, Posts geht es? Auf welchen Kanälen? Wie lange habe ich Zeit, wie lange soll es online sein? Was muss enthalten sein?“ usw.) und schreibe, wie ich mir das Ganze vorstellen könnte, die Firma antwortet und es geht so lange hin und her, bis wir uns geeinigt haben. Hier spiel – wenn auch nicht immer – das Budget durchaus eine Rolle.

Wieso? Weil das Ganze durchaus Arbeit ist. Ja, Arbeit die zumeist wirklich Spaß macht und über die jeder Blogger sehr dankbar ist, das könnt ihr mir glauben. Aber es ist trotzdem Arbeit. Selten gelingen Bilder auf Anhieb, oft braucht es viel Mühe und Liebe zum Detail, um das richtige Bild entstehen zu lassen. Wer schonmal gebloggt hat oder sonst kreativ unterwegs ist, weiß sicherlich wie schnell die Zeit vergeht, wenn man schreibt, malt etc. Ich habe gerade das Gefühl, mich vor 5 Minuten erst an den Tisch gesetzt zu haben, in Wirklichkeit ist es über eine Stunde her. Planen, Ideen sammeln, genau niederschreiben und umsetzbar machen, Bilder schießen, Bilder bearbeiten (kein 180 Grad Facetune Makeover, sondern Helligkeit, Schärfe etc), Texte schreiben, sie wieder löschen in einem Anfall von Wut und/oder Dummheit, sie korrigieren, sich mit der lieben Technik und WordPress herumschlagen … das alles braucht Zeit. Ja, es ist Zeit, die ich sehr gerne investiere und die es mir wert ist, Geld hin oder her, aber wieso sollte man dafür nicht entlohnt werden so wie ein Journalist für einen Artikel entlohnt wird? Maddie vom Blog dariadaria hat einen wirklich tollen Post dazu verfasst, den ihr hier findet, wenn ihr genauer wissen wollt, wieso Blogger auch Geld verdienen können. Geht es jetzt also nur noch ums Geld?!

blogger-bullshit-bingo Quelle: https://ilovespa.de/2016/02/15/blogger-bullshit-bingo-und-der-wert-meiner-arbeit/%5B/caption%5D

Ich hatte es erst vor ein paar Tagen mit Julia darüber und wir haben uns erzählt, was für unglaublich wunderbare und süße Nachrichten wir manchmal bekommen. Dieses Gefühl, jemandem wirklich weitergeholfen zu haben, jemanden zu inspirieren und Menschen irgendwie zu erreichen mit dem was man tut ist ganz weit oben auf meiner Liste der liebsten Emotionen. Es fühlt sich in etwa so gut an, wie der warme Kopf meines Hundes, der sich Abends neben mich kuschelt und anfängt, friedlich zu schlafen und Traumkatzen zu jagen. Wenn ich in ein Hotel darf oder zu einem Event eingeladen werde, dann freue ich mich so wahnsinnig, dass ich einfach nur in die Luft springen will vor Freude. (Was man übrigens nicht tun sollte, wenn man wie ich sich dabei sofort das Bein verstaucht :P). Ich schreibe meinen Blog nicht für mich, es ist kein Tagebuch oder eine Selbstbeweihräucherung, ich schreibe hier in der Hoffnung, dass er anderen Leuten etwas positives bringt so wie es mir mit anderen Blogs geht. Das muss keine weltbewegende Erleuchtung sein, aber einfach ein kleines Schmunzeln oder eine neue Idee, doch einmal selbst gemachte Pizza statt nur Fast Food. Das hier lässt meine Wangen glühen und begeistert mich, dass ist eine meiner Leidenschaften. Damit Geld zu verdienen war nie meine Absicht und es häufen sich auch nicht Unmengen auf meinem Konto, aber wenn ich einmal die Möglichkeit habe, eine wirklich coole Kooperation einzugehen und dabei noch etwas zu verdienen, dann werde ich das machen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ja, man kann Geld verdienen mit dem Bloggen und ja, ich finde das vollkommen okay, solange man authentisch bleibt (also nur das annimmt, was zu einem wirklich passt), seinen Idealvorstellung treu bliebt und es nie für selbstverständlich hinnimmt, dass man in einer sehr privilegierten Position ist.

7 Comments on Behind the Scenes: Bloggen und Kooperationen

  1. Stephi Drexler
    23. Februar 2016 at 22:29 (2 Jahren ago)

    Echt toller und informativer Post ☺️ Mag deinen Schreibstil so gerne ?
    X stephi
    http://stephidrexler.com

    Antworten
    • CharlotteSofie
      23. Februar 2016 at 23:01 (2 Jahren ago)

      Ah, vielen Dank Stephi! Es war so so schön dich kennen zu lernen und ich vermisse London und den Matchs Latte schon jetzt haha! <3

      Antworten
  2. Angie
    24. Februar 2016 at 11:05 (2 Jahren ago)

    Super schöner Beitrag, liebe Sofie.
    Ich hab, seit dem Beitrag von Maddie, auch schon so einen Blogpost in Arbeit – aber wie du sagst, oft gefallen einem die eigenen Texte nicht und man schreibt sie 428937 Mal um! 😀

    Bussis Angie
    http://www.hellopippa.com

    Antworten
    • CharlotteSofie
      24. Februar 2016 at 11:55 (2 Jahren ago)

      Danke! Ja, ich habe es auch erstmal Julia geschickt: „Juliaaa, wie findest du das?“ 😀 Geht mir auch immer so! Habe gestern noch lange auf deinem Blog geschmökert *.* xx, Sofie

      Antworten
  3. Anna
    7. März 2016 at 6:40 (2 Jahren ago)

    Ich seh das auch so. Versteh natürlich, wenn man das toll findet, wenn einem Firmen etwas anbieten, aber ich denk genau wie du. Ich möchte ja MICH selbst micht verkaufen für ein Produkt, sondern Produkte zeigen, die ICH toll finde. Gute Einstellung 🙂 Und schöner Blog, bin gerade über Instagram hier hergekommen, aber werd bestimmt öfter vorbeischauen hihi

    Antworten
    • CharlotteSofie
      7. März 2016 at 7:54 (2 Jahren ago)

      Hey Anna, erst mal vielen lieben Dank! Ich denke, anders funktioniert es auch gar nicht, denn letztendlich ist mein Ziel ja nicht Geld, sondern Mehrwert und Unterhaltung 🙂 das freut mich sehr, im Moment bloggen ich fast täglich also lohnt es sich! Für Ideen und Anregungen bin ich immer offen wenn du welche hast? Xx, Sofie

      Antworten
  4. Andrea
    24. März 2016 at 21:23 (2 Jahren ago)

    Das sind wahre Worte! Ich blogge erst seit einem halben Jahr und kann damit noch kein Geld verdienen, was im übrigen auch nicht mein Hauptanliegen ist. Dennoch kann ich es voll und ganz verstehen, dass Blogger für ihre Arbeit Geld verlangen und es irgendwann leid sind, mit irgendwelchen Gutscheinen bezahlt zu werden. Es steckt verdammt viel Arbeit in einem guten Post und ich finde, das darf von Firmen, die die Reichweite von Bloggern nutzen, auch dementsprechend entlohnt werden.
    Liebste Grüße
    Andrea von http://www.chapeau-blog.de

    Antworten

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Comment *