Guten Morgen, oder fast schon Mittag!

sofie

Nach einigen Rezepten und Urlaubsblogs kommt heute mal wieder etwas, was mir persönlich sehr am Herzen liegt. Ich habe seit fünf Jahren einen Tumblr Account, den ich heute zugegeben nur sehr selten benutze, aber früher sehr aktiv war. Auf meinem Dashboard fanden sich neben unglaublich schönen Aufnahmen aus allen Winkeln der Welt auch oft Bilder junger Mädchen, die andere reblogged hatten. Bilder von Mädchen, die oft sehr, sehr dünn waren. Als ich das erste Mal solche Bilder sah, fand ich die meisten Mädchen darauf zu dünn. Aber als die selben Bilder mir einige Monate später wieder begegneten erschienen mir die Figuren wunderschön und erstrebenswert. Ich hatte gar Nichte gemerkt, wie das Internet meinen Blick auf äußere Schönheit verändert hatte. Jeder von uns wird davon irgendwie beeinflusst, was wir schön finden, hängt nie nur damit zusammen, dass wir es wirklich schön finden, schließlich hat sich eine riesige Industrie darauf spezialisiert, uns einzureden, wie wir auszusehen haben, was wir tragen sollen und wie viel Geld wir brauchen.

Natürlich kann man das ignorieren, aber oft passiert es schleichend, ohne, dass man es wirklich merkt.Wenn auf Tumblr alle Mädchen dünner als ich sind, dann ist das im „realen Leben“ sicher genauso, dachte sich mein Unterbewusstsein damals. Ich war immer weniger zufrieden mit meinem Aussehen. (Gott sei Dank kam ich nie auf die Idee, eine Diät zu machen.) Ich verlor immer mehr den Blick für die Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, in der sich die Menschen, die mir wichtig waren, nicht für die Lücke zwischen meinen Oberschenkeln interessierten. Eine Wirklichkeit, in der es Menschen mit allerlei Figureanders. Ergo wird auch nicht jeder sn gab. Auch bei Instagram sehe ich tagtäglich tausend Bilder von Mädchen mit Sixpack, Mädchen mit Jeansgröße 23, Mädchen mit der Figur einer Barbiepuppe. Ob das natürlich ist oder nicht sei dahingestellt, Fakt ist, dass man schnell das Gefühl bekommt, „alle anderen“ würden so aussehen. Vielleicht sollte man doch die Wundermittelchen kaufen, die so gut Fett verbrennen sollen…

Und, ist es wirklich so? Natürlich nicht. Auch wenn uns allen das auf einer logischen Ebene klar ist, vergessen wir es zu oft. In Wirklichkeit gibt es in Deutschland wahrscheinlich mehr Menschen mit neun Fingern als Frauen, die das Sixpack eines Bodybuilders haben. Lebensstil, Sportbegeisterung, Fettverteilung, Stoffwechsel, Erbgut, das alles ist bei jedem ofort ein Sixpack bekommen. Na und? Selbst äußere Schönheit ist vielseitig, ist schlank, kurvig, braungebrannt, hellhäutig, muskulös, weiblich, klein, groß.

Selbst wenn das Aussehen nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht? Soll man sich am besten gleich im Wald verkriechen? Sich bewusst umschmeichelhaft kleiden oder nur mit gesengtem Kopf durch die Gegend laufen? Nur noch im Kartoffelsack zur Arbeit und in die Schule gehen? Lieben einen die Menschen, die wichtig sind, etwa dafür? Liebt man sich selber etwa dafür? Definiert man sich einzig und allein darüber?

Oder ist es nicht einfach so, dass ein paar Menschen sich dumm und dämlich daran verdienen, uns einzureden, dass wir uns immer optimieren müssen?

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